Der erste Eindruck zählt – und im Web dauert dieser genau 0,05 Sekunden. In dieser winzigen Zeitspanne entscheidet ein Besucher, ob er dir vertraut oder deine Seite sofort wieder verlässt.
1. Du hast kein Konzept
Als Webdesignerin sehe ich jeden Tag Webseiten, die eigentlich ein tolles Angebot haben, sich aber durch vermeidbare Design-Fehler unter Wert verkaufen. Design ist kein bloßer ‚Hübschmacher‘ – es ist ein strategisches Werkzeug, das deine Professionalität unterstreicht. Damit dein ‚Designerherz‘ und dein Business gleichermaßen strahlen, habe ich die 8 häufigsten Fehler hier für dich zusammengefasst.
Der Design-Quick-Check: 8 Fehler im Überblick
- ❌ Planlosigkeit: Kein klares Konzept für Zielgruppe & Ziele.
- ❌ Logo-Schwäche: Unprofessionelle oder nicht skalierbare Logos.
- ❌ Bilder-Chaos: Unvorteilhafte Fotos oder „Google-Fundstücke“.
- ❌ Farbrausch: Fehlende Harmonie und beißende Farben.
- ❌ Kontrast-Mangel: Texte, die in den Hintergrund verschwimmen.
- ❌ Schriften-Mix: Zu viele verschiedene Schriftarten (Unruhe).
- ❌ Platzangst: Fehlender Weißraum erstickt deine Inhalte.
- ❌ Unordnung: Fehlende Gliederung in Sidebar und Layout.
Der größte Fehler den du machen kannst, ist es keinen Plan und kein Ziel mit deinem Blog zu haben. Wenn du keinen Plan hast, wen du mit deinem Blog ansprechen ansprechen willst und wer deine Zielgruppe ist, wirst du nie jemanden so richtig erreichen. Und dieser Plan bezieht sich nicht nur auf Farben und das Design, sondern auch auf textliche Inhalte. Eventuell werde ich in einer meiner nächsten Artikel näher darauf eingehen und eine Checkliste herausbringen.
2. Logo Design Grundlagen: Warum ein Profi-Logo zur Markenentwicklung gehört
Logo Design Grundlagen: Warum dein Logo skalierbar sein muss
Immer wieder stoße ich auf Webseiten, die kein „ordentliches“ Logo haben – oder eines, das eher nach „schnell mal selbst gebastelt“ aussieht. Als Werbegrafikerin ist das für mich ein sofortiges Signal für mangelnde Professionalität. Dein Logo ist das Gesicht deiner Marke; wenn es unsauber wirkt, übertragen Besucher diesen Eindruck automatisch auf deine Dienstleistung.
- Skalierbarkeit (Vektor-Basis): Ein Logo muss knackscharf bleiben – egal ob auf einer Visitenkarte oder einem riesigen Banner. Es sollte immer auf Vektoren basieren, damit es ohne Qualitätsverlust vergrößert werden kann.
- Responsivität: Ein modernes Logo muss flexibel sein. Funktioniert es auch noch als kleines Icon (Favicon) im Browser-Tab? Ist es auch auf dem Smartphone-Display noch lesbar? Oft ist eine reduzierte Variante des Logos für mobile Ansichten notwendig.
- Balance & Aussagekraft: Die Elemente müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Es sollte deine Markenpersönlichkeit widerspiegeln, ohne den Betrachter mit zu vielen Details zu überfordern.
Grafiker-Tipp: Verzichte auf Textelemente innerhalb deines Logos, die so klein sind, dass man sie auf dem Handy nicht mehr entziffern kann. Weniger ist hier fast immer mehr.
Die wichtigsten Punkte die ein gutes Logo kennzeichnen sind Individualität, Skalierbarkeit & Balance.
3. Fehlende Bildsprache: Deine Fotos bremsen dich aus
Der erste Eindruck deiner Website wird maßgeblich von der visuellen Qualität bestimmt. Auf einem Blog oder einer Business-Website sind Bilder nicht nur „Deko“ – sie sind die wichtigsten Botschafter deiner Inhalte.
Wenn ein Leser deine Seite das erste Mal besucht, entscheidet er innerhalb von Millisekunden: „Sieht das hier nach Profi aus oder nach Amateurbaukausten?“ Pixelige Grafiken, wahllos bei Google heruntergeladene Bilder (Vorsicht: Urheberrecht!) oder der typisch steife „Stockfoto-Look“ zerstören sofort das Vertrauen.
So machst du es als Profi besser:
- Qualität vor Quantität: Nutze hochauflösende Bilder, die eine klare Ästhetik verfolgen. Wenn du nicht selbst fotografierst, sind Plattformen wie Creative Market ein Gamechanger.
- Einheitlicher Look: Achte darauf, dass deine Bilder farblich mit deinem Branding harmonieren. Das schafft eine visuelle Ruhe, die deine Leser zum Verweilen einlädt.
- Rechtssicherheit: Nutze niemals Bilder aus der Google-Suche. Verwende Plattformen mit klaren Lizenzen, um teure Abmahnungen zu vermeiden.
Grafiker-Tipp: Nutze „Lifestyle-Bilder“, die eine Stimmung vermitteln. Ein gut gewähltes Foto eines aufgeräumten Arbeitsplatzes oder einer authentischen Interaktion wirkt oft weitaus überzeugender als ein rein dekoratives Bild ohne Bezug zum Text.
4. Du verwendest nicht harmonisierende Farben
Wenn leuchtende Farben sehr nah nebeneinander dargestellt werden, dann kann es passieren, dass deine Augen anfangen zu flackern und der Text schwer lesbar wird. Vermeide es daher zwei leuchtende Farben in unmittelbarer Nähe zu verwenden. Versuche lieber neutrale Farben als Hintergrund zu verwenden. Alle farblichen Element die sich auf deiner Website befinden sollten gut mit einander harmonieren.
5. Mangel an Kontrast
Ähnlich wie bei der Verwendung von nicht harmonisierenden Farben führt ein Mangel an Kontrast ebenso zu Unlesbarkeit und flackernden Augen. Er entsteht wenn du zwei helle Farben nebeneinander verwendest und diese sich nicht deutlich genug von einander abgrenzen. Ein Mix aus hellen und dunklen Farben schafft Balance.
6. Schriften-Chaos: Wenn weniger mehr ist
Ein häufiger Fehler ist die Verwendung von zu vielen verschiedenen Schriftarten. Auch wenn es verlockend ist, mit verspielten Fonts deinen Charakter zu zeigen: Zu viele Stile erzeugen visuelle Unruhe und wirken schnell unprofessionell. Zudem verlangsamen zu viele geladene Google Fonts deine Website massiv – ein Albtraum für SEO und User Experience.
Meine Faustformel für Profi-Design:
- Maximal 2 bis 3 Schriften: Eine markante Schrift für Überschriften und eine gut lesbare Serif- oder Sans-Serif-Schrift für den Fließtext. Eine dritte Schrift sollte nur sehr dezent für Akzente (z. B. Zitate) genutzt werden.
- Konsequenz: Verwende diese Schriften einheitlich auf deiner gesamten Website. Das schafft Wiedererkennungswert.
- Keine Verzerrungen: Text darf niemals gestaucht oder in die Länge gezogen werden. Das ist ein absolutes Design-No-Go, das sofort das Vertrauen in deine Professionalität mindert.
Grafiker-Hack: Achte auf eine ausreichende Zeilenhöhe im Fließtext. Wenn die Zeilen zu eng beieinander stehen, wirkt der Text „erdrückend“ und wird ungern gelesen.m Fließtext. Wenn die Zeilen zu eng beieinander stehen, wirkt der Text „erdrückend“ und wird ungern gelesen.
7. Fehlender Weißraum: Gib deinem Content Luft zum Atmen
Weißraum (oder „Negative Space“) ist der Platz zwischen Texten, Bildern und Grafiken. Viele Nicht-Grafiker neigen dazu, jede freie Ecke ihrer Website mit Inhalten zu füllen – aus Angst, Platz zu verschwenden. Doch das Gegenteil ist der Fall: Ein Layout ohne Weißraum führt zu Überforderung und Verwirrung.
Warum Weißraum dein bester Freund ist:
- Atempause für die Augen: Weißraum hilft dem Leser, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Er führt das Auge und strukturiert die Inhalte.
- Höhere Wertigkeit: Minimalismus wirkt oft hochwertiger und luxuriöser. Schau dir große Brands wie Apple an – sie nutzen Weißraum meisterhaft.
- Bessere Lesbarkeit: Ausreichend Abstand zwischen Absätzen und um Bilder herum verbessert die Aufnahmegeschwindigkeit deiner Informationen enorm.
Grafiker-Hack: Betrachte Weißraum nicht als „leer“, sondern als aktives Gestaltungselement. Er ist der Rahmen, der deine Expertise erst richtig zum Strahlen bringt.
8. Vom Chaos zur Strategie: Deine Markenidentität entwickeln
Eine fehlende Struktur ist einer der schnellsten Wege, Besucher zu verlieren. Wenn dein Layout keine klare Ordnung hat, wissen die Augen deiner Leser nicht, wo sie anfangen oder aufhören sollen. Eine gute Gliederung ist wie ein roter Faden, der den Nutzer sanft zu deinem Ziel führt – egal ob das ein Kauf, eine Newsletter-Anmeldung oder das Lesen deines Artikels ist.
So bringst du Ordnung in dein Design:
- Visuelle Hierarchie: Nutze unterschiedliche Schriftgrößen für Überschriften (H1, H2, H3), um die Wichtigkeit der Informationen zu zeigen. Wichtige Call-to-Actions (Buttons) müssen sofort ins Auge stechen.
- Mobile-First statt starrer Pixel: Früher hat man in festen Breiten wie „600 Pixel“ gedacht. Heute muss dein Design flexibel sein. Achte darauf, dass deine Bilder und Texte auf dem Smartphone genauso harmonisch angeordnet sind wie am Desktop.
- Fokus in der Sidebar: Überlade deine Sidebar nicht. Wenn dort alles blinkt und 20 verschiedene Banner um Aufmerksamkeit buhlen, sieht der Leser am Ende gar nichts mehr. Konzentriere dich auf das Wesentliche oder überlege, ob du für eine moderne, ruhige Optik sogar ganz auf die Sidebar verzichtest.
Grafiker-Tipp: Nutze das „Gitter-System“ (Grid). Auch wenn man die Linien nicht sieht, sollten Bilder und Texte an gemeinsamen Achsen ausgerichtet sein. Das erzeugt eine unbewusste psychologische Ruhe beim Betrachten.
Mein Tipp für dich: Wenn du merkst, dass es dir schwerfällt, diese Ordnung und einen roten Faden in dein Design zu bringen, liegt das oft daran, dass das visuelle Fundament noch fehlt.
Falls du Lust hast, tiefer in dein eigenes Design einzutauchen: Ich habe ein kostenloses Branding Workbook erstellt, das dir dabei hilft, dein ganz persönliches Marken-Gefühl zu finden und einen Stil zu entwickeln, der wirklich zu dir passt. Dort gehen wir gemeinsam die ersten Schritte weg von den typischen Fehlern hin zu einem professionellen Look.









